Impressum Copyright © www.tichter-fotografie.de Kontakt Seitenübersicht

Technik und deren Tücken

Ab durch die Mitte. Ein Urlaub mit Hindernissen



Von Münster nach Harsewinkel

Von Münster nach Harsewinkel, 55km

Der Wecker schellt um 04:00. Gegen 06:00 geht es mit dem Zug von Düsseldorf nach Münster. Nach einer entspannten Anreise kommen wir gegen 08:30 an. Am Markt wird bei strahlendem Sonnenschein ersteinmal gut gefrühstückt. Danach starten wir bereits unsere erste Etappe. Da wir schon öfter in der Gegend waren, fahren wir die Hälfte der Etappe durch bekanntes Terrain. In Warendorf schlabbern wir das erste alkoholfreie Weizen dieses Urlaubes weg. Ein Abstecher in das Motorrad- und Puppenmuseum Beckmann in Harsewinkel-Greffen sollte man unbedingt einplanen. Und wenn man wie wir noch das Glück hat, dass eine Oldtimerrallye stattfindet, ist es noch toller. Es ist flach, die Wege sind gut und so sind wir am frühen Nachmittag in Harsewinkel.




Von Harsewinkel nach Holte-Stukenbrock

Von Harsewinkel nach Holte-Stukenbrock, 58km

In der Nacht zog ein ordendliches Gewitter durch. Leider hat es sich bis zum Morgen noch nicht gänzlich verabschiedet, so das wir auch nach einiger Wartezeit mit Regenklamotten losfahren. Das soll einer der Tage werden, an denen wir nicht wirklich wissen, ob man sie anbehalten oder doch wieder ausziehen soll. Sobald die Sonne etwas herauskommt, wird es richtig warm und somit alles Andere als lustig in Regensachen weiterzufahren. Wir kommen, trotz sonniger Abschnitte und somit mit mehrmaligem Kleidungswechsel, auch im Regen in Holte-Stukenbrock an.




Von Holte-Stukenbrock nach Nieheim

Von Holte-Stukenbrock nach Nieheim, 57km

Die Wolken haben sich verzogen. Sonne satt! Wir ziehen weiter und ab Detmold wird es langsam welliger. Wir fahren durch wunderschöne Landschaften, die uns fast schon an Strecken unserer Tour nach Venedig erinnern. Wir genießen die Fahrt bis meine Frau an mich gerichtet ruft: "Du, meine Schaltung funktioniert nicht mehr!" Ich will das an dieser Stelle nicht vertiefen! Nur so viel: Sie funktionierte plötzlich wieder, sollte uns am nächsten Tag jedoch ein paar Nerven kosten!




Von Nieheim nach Höxter

Von Nieheim nach Höxter, 34km

Ein Tag der Überraschungen und Unwägbarkeiten beginnt. Das Wetter hielt sich bereits am Vorabend und in der Nacht krampfhaft. So sah es auch am Morgen aus. Wir denken positiv und ziehen, nach einem Test der Schaltung am Rad meiner Frau, los. Dummerweise fahren wir erst einmal ca. 5km in die exakt falsche Richtung, da mein Navi uns frech anlügt. Toller Start in den Tag! Meine Frau merkt es und wir drehen um. Es mag 10km hinter Nieheim gewesen sein als meine Frau mir zurief, dass ihre Schaltung wieder streikte. Anhalten, nachschauen, plötzlich läuft sie wieder! Weiterfahrt. Kurz vor Höxter das selbe Spiel. Hier beschließen wir, einen Zwangsstopp zwecks Reparatur einzulegen.
Da ich die Texte in den Etappenberichten übersichtlich halten möchte, habe ich an dieser Stelle auf eine detaillierte Ausführung, wieviel Nerven Technik kosten kann, verzichtet. Wen es trotzdem interessiert kann es hier nachlesen.




Von Höxter nach Einbeck

Von Höxter nach Einbeck, 58km

Die Schaltung ist soweit repariert, dass sie wieder störungsfrei läuft. Nach zwei Tagen in Höxter fahren wir unserer vierten Etappe entgegen. Wir wechseln im Weserbergland von Nordrhein Westfalen nach Niedersachsen. Gemütlich (trotz 17´ner Schnitt) geht es bis nach Einbeck. Hier findet einer der vielen Veränderungen auf dieser Tour in Stadt und Landschaft statt. Wir gönnen uns nach unserer Ankunft am Markt, umgeben von Häusern des Spätmittelalters, erst einmal ein Eis.




Von Einbeck nach Bad Harzburg

Von Einbeck nach Bad Harzburg, 83km

Heute steht eine unserer längeren und zudem anspruchsvolleren Etappen an: Es geht in den Harz! Und wie es sich gehört, ist das Wetter heute unbeständig. Regensachen an..... wieder aus..... und ab Langelsheim für die letzten 30km bis Bad Harzburg wieder an! Aber was soll es. Ist halt nicht zu ändern und wir strampeln uns auch da durch.




Von Bad Harzburg nach Thale

Von Bad Harzburg nach Thale, 57km

Das Wetter hat sich nicht wirklich gebessert, die Räder sehen spätestens nach der letzten Etappe aus wie Sau! Durch die geniale Landschaft des Harzes radeln wir nach Sachsen-Anhalt bis Werningerode. Hier ist einem Kaffee- und Kuchenzwischenstopp. Die Regensachen können wir jetzt wieder ausziehen und fahren weiter bis zu unserem heutigen Tagesziel Thale.




Von Thale nach Staßfurt

Von Thale nach Staßfurt, 86km

Heute werden wir den Harz verlassen. Es ist weiterhin unbeständig und wir warten hinter Ballenstedt eine Schauer ab. Als wir weiterfahren sehen wir in einiger Entfernung eine schwarze Wolkenwand am Himmel. Das hätte uns gerade noch gefehlt! Zu allem Überfluß war die Beschilderung und der Zustand der Route hinter dem Concordia See so chaotisch, dass wir bei dem Versuch des Umfahrens der nach Aussagen nicht passierbaren Stücke gut und gerne 5km in die falsche Richtung fuhren. Erst in Frose, einem Ort dessen Name ich nicht einmal kannte, drehten wir wieder in die korrekte Richtung um. Um jetzt nicht nochmals falsch zu fahren, hielt ich mich an die Anweisungen meines Navis und siehe da..... wir landen auf dem warscheinlich übelsten Stück dieses Europaradweges, dass es überhaupt gibt! An ein Vorankommen ist hinter Neu Königsaue kaum zu denken! Zugewuchert, schlammig und auf ca. 5km eigentlich nicht befahrbar ist der R1 hier trotzdem ausgeschildert. Im Hotel angekommen erfahren wir, dass man uns dort schon nicht mehr erwartet hat. Das Unwetter, welches wir stets vor uns hatten, muß wohl ziemlich heftig gewesen sein. Einmal mehr haben wir Glück gehabt!




Von Staßfurt nach Dessau

Von Staßfurt nach Dessau, 84km

Die Etappe ist unspektakulär, die Wege teils verbesserungswürdig. Vor Köthen kehren wir im Forellenhof Paschlewwer ein. Man sollte sich nie hungrig niederlassen und drauflos bestellen! Wir bestellen Fisch und Salat. Weil Alles lecker aussieht und wir Hunger haben bestellen (und essen) wir natürlich mehr, als es hätte sein müssen. So fahren wir anschließend eine Zeit lang etwas schwehrfälliger Richtung Dessau.




Von Dessau nach Lutherstadt Wittenberg

Von Dessau nach Lutherstadt Wittenberg, 58km

Wir starten zeitig in Dessau. Mit einem Schlenker geht es durch das Dessau-Wörlitzer Gartenreich, einem UNESCO-Welterbe. Ein wunderbares Biosphärenreservat, welches an der Trasse der 1894 erbauten Eisenbahnlinie entstand. In Lutherstadt Wittenberg angekommen stellen wir fest, dass wir nicht die Einzigen sind, die dieses Ziel hatten. 500 Jahre Reformation, kirchliche Veranstaltungen und die alljährliche Feier zu Luthers Hochzeit lassen Massen von Menschen durch die Stadt ziehen.




Von Lutherstadt Wittenberg nach Borkheide

Von Lutherstadt Wittenberg nach Borkheide, 67km

Nach einem Ruhetag verlassen wir Lutherstadt Wittenberg. Es wird wieder ruhiger. Wir fahren durch ausgedehnte Kiefernwälder, in denen sich asphaltierte Radwege befinden, in den Kreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg ein. Spätestens ab hier darf man das Ganze Genußradeln nennen. Über Bad Belzig geht es nach Borkheide.




Von Borkheide nach Berlin

Von Borkheide nach Berlin, 60km

Die letzte Etappe steht an. Die ehemaligen Beelitzer Heilstätten streifen wir nur, ohne sie wirklich wahrgenommen zu haben. Durch das Potsdamer Wald- und Havelseengebiet geht es weiter. Am Templiner See warten wir noch eine Schauer ab. Weiter geht es nach Potsdam. Da es Wochenende ist und das Wetter sich weitestgehens von seiner schönen Seite zeigt, wird es ab hier voller. Die Ausflugsziele an der Havel sowie dem Wannsee sind gut besucht. Nach 12 Etappen, rd. 830km und einigen Erfahrungen sowie Eindrücke reicher, rollen wir in Berlin ein. Wir suchen uns ein Hotel, packen das Gepäck auf das Zimmer und fahren zum Brandenburger Tor. Nach drei Tagen in der Bundeshauptstadt geht es mit dem Zug zurück.




Folgetage in Berlin